Chronik

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Es war einmal im
17. Jahrhundert ...

... da kamen die Österreicher ins fränkische Land. Sie kamen nicht in feindseliger Absicht, sondern weil sie aus Glaubensgründen die Heimat in Ober- und Niederösterreich verlassen mussten.
Im Brandenburg-Ansbachischen Oberamt Stauf-Landeck, das durch den Dreißigjährigen Krieg schlimm verwüstet war, siedelten sich viele Familien an. Nach ihrer Herkunft aus dem "Ländlein ob der Enns" nannte man sie die "Landler".
Mit dabei war die Witwe Magdalena des Zimmermanns Matthias Thorner mit ihren drei Söhnen. Sie kam aus Groß-Schönau im Gerichtsbezirk Weitra.
Im Lauf der Zeit wurde, der Anpassung an den fränkischen Dialekt geschuldet, aus Thorner Dorner und die bibelfesten Einwanderer nahmen die Aufforderung "Seid fruchtbar und mehret euch" sehr wörtlich, so dass es heute allein in der Groß-gemeinde Thalmässing 23 Familien dieses Namens gibt.

Friedrich Dorner I.

Im Jahr 1886 erwarb der Firmengründer Friedrich Dorner,
geb. 1857, ein gelernter Bierbrauer, zusammen mit seiner Frau, der
Gastwirtstochter Maria Loschge von der Wirtschaft "Krone" das Anwesen des Nagelschmieds Wilhelm -
es ist nicht mehr bekannt, ob es sich dabei um einen Vor- oder Zunamen handelte - in der Hauptstraße
Nummer 128. Diese ehemalige Nagelschmiede ist eines der ältesten Häuser in Thalmässing.

Ehemalige Nagelschmiede

Von da an war der Dorner der "Nagler" und er nahm diesen Spitz- oder auch Hausnamen 1942 mit ins Grab.
Ausgerechnet in der Zeit dieser Gründerjahre wurden die handgeschmiedeten Nägel im Zuge der sich rasant entwickelnden Industrialisierung mehr und mehr durch Drahtnägel ersetzt. Es galt, sich umzustellen und der gewitzte "Nagler" wurde Eisenhändler. Die finanzielle Situation der jungen Unternehmerfamilie machte jedoch eine sofortige Umgestaltung der Räumlichkeiten der alten Nagelschmiede unmöglich. Diese erfolgte später.

 

Das damalige Sortiment umfasste Eisen, Werkzeuge, Beschläge, Brauerpech, Waffen und Munition, landwirtschaftliche Geräte, Leder- und Wagenfette sowie Gusswaren.

Nach der Renovierung

Trotz der nicht leichten Umstände ließen sich die Geschäfte gut an. So übertrug damals die Fa. Eberhard, Pflugfabrik in Ulm, ihrem Thalmässinger Geschäftspartner den Vertrieb der "Eberhard-Pflüge". Zum
50-jährigen Jubiläum im Jahr 1936 wurde dem "Nagler" deshalb der "Silberne Eber" verliehen. Dieser hat noch heute seinen angestammten Platz im Büro als Briefbeschwerer.

Firmengründer

1913 erweiterte man den Betrieb durch die Aufnahme eines Kohlenhandels. Die Königliche Eisenbahndirektion Nürnberg räumte dem Eisenhändler Dorner den Bau eines Kohleschuppens direkt am Rampengeleise auf unbestimmte Zeit ein. Damit war der ungehinderte Zugang zum Güterverkehr zunächst gesichert.
Die Bahn machte jedoch dem "Gründer" im weiteren Verlauf immer mehr bürokratische Auflagen, so dass dessen Geduld bald ein Ende fand und er selbst einen Acker neben dem Bahnhofsareal erwarb. Es handelte sich um den "Gumperacker" mit 1,03ha. Dies war ein früherer Hopfengarten, erworben von der Landwirtswitwe Zwingel. Dort errichtete er ein Kohlenlager.

Im Jahr 1919 übertrug der Firmengründer das Geschäft seinem Sohn Friedrich II., geb. 1884, der den Beruf des Eisenhändlers von der Pike auf in den Jahren 1903 bis 1905 bei der Fa. Deppisch in Würzburg gelernt hatte, dem seinerzeit führenden Haus in Nordbayern.

Friedrich Dorner II.

 

Eine räumliche Erweiterung erschien bald dringend nötig. Die bisherigen Grundstücksverhältnisse ließen aber eine solche nicht zu.
Es ergab sich, dass das Anwesen Nummer 35, eine Spenglerei mit Schlosserwerkstatt in der Ortsmitte, bewohnt und bewirtschaftet von Gottfried Fitzinger, von diesem finanziell nicht mehr gehalten werden konnte. Eigentümer war das Bäckerehepaar Hans und Margarete Meyer, eine geborene Haarländer
(Verwandschaft des ehemaligen TV-Wetterfrosches Hans Haarländer, Anm.d.Red.) aus Nürnberg.

Anwesen Haarländer

Am 21. April 1936 kaufte
Friedrich II. schließlich das Anwesen für 15.000 Reichsmark. Schon zwei Jahre später entschloss er sich für Abriss und Neubau. Mit dem Neubau wurde der Architekt Behringer aus Nürnberg beauftragt. Dabei wurde die Front gedreht.
Bereits vom Baubeginn sind einige Besonderheiten überliefert. Wegen der nicht zu verheimlichenden Kriegsvorbereitungen erhielt der Bauherr vom Bezirksamt Hilpoltstein die Auflage, maximal 1700kg Stahl zu verbauen. An eine geplante Zentralheizung war daher auch nicht zu denken.
Das Straßenbauamt in Eichstätt verlangte, aus welchen Gründen auch immer, einen Bau im stumpfen Winkel und am Ende stürzte beim Ausschalen auch noch die Kellerdecke ein.

Neubau

Als überaus weitsichtig und fortschrittlich wurden jedoch die fünf großen Schaufenster empfunden, die Friedrich II. einbauen ließ.

Dann schlug das Schicksal zu.
1940 verstarb Friedrich II., der Firmengründer Friedrich I. zwei Jahre später. Die Nachkommen Heinrich und Friedrich fielen 1944 im Krieg. Wilhelmine und Margarete Dorner (Ehefrau und Schwägerin) führten das Geschäft bis 1949.

Im Jahr 1886, dem Gründungsjahr der Fa. Dorner wurde u.a. die
Fa. Bosch und die Fa. Daimler-Benz gegründet,
die amerikanische Freiheitsstatue eingeweiht, Coca-Cola wurde erfunden und in Österreich wurde das Edelweiß unter Naturschutz gestellt.

 

... seit 1886 bis heute !

 

Von 1949 - 1976 ...


Dann schlug die Stunde Friedrichs III., der, eine zufällige Namensgleichheit, Martha Dorner heiratete. Er hatte ein Berufspraktikum mit kurzer Lehrzeit bei der Fa. Eisen-Vogel in Hersbruck absolviert.
Die Firma expandierte weiter:
1951 Anbau eines Eisenlagers,
1972 Erwerb des ehemaligen Lehrer-wohnhauses in der Nachbarschaft. Bis Mitte der 60er Jahre bestand der Hauptteil des Geschäfts im Kohlen- und Heizölhandel. Die Kundenbelieferung übernahmen die ortsansässigen Transportunternehmer Hemmeter, Lehmeyer und Stengel. Erst 1962 wurde ein eigener LKW angeschafft.

Friedrich Dorner III.

 

Hochzeit

LehrerwohnhausHofraum

 

 

Von 1976 - 2009 ...
Friedrich DornerIV   1976 übernahm Friedrich IV., der jetzige Senior-Chef, das Geschäft.
Wegen der positiven Geschäftsentwicklung erhöhte sich die Anzahl der Beschäftigten nach und nach auf dato 58 Mitarbeiter.
Die Räumlichkeiten reichten hinten und vorne nicht mehr aus, so dass Friedrich IV. sich 1981 zu einem radikalen Schritt entschloss: Alle Gebäude, ausgenommen das jetzige Wohnhaus, wurden abgerissen und durch einen großzügigen Neubau ersetzt. Hinzu kam der Erwerb einer Teilfläche des ehemaligen Holz- werks Enzenhöfer an der Nürnberger Straße,  wo einen Stahllagerhalle errichtet wurde. Immer neue Erweiterungen, Sortimentsanpassungen und Anbauten bestimmten das Geschäftsgeschehen bis 2009.

 

Die 5. und 6. Generation ab 2009...
Mit der Durchbrechung der Vornamenserbfolge und zum 60. Geburtstag Friedrichs IV. trat Sohn Harald Dorner mit in die Geschäftsleitung ein und setzt seitdem die Tradition des Familienbetriebes mit Gründung der 6. Generation weiter in die Tat um. Im vergangenen Jahr ergab sich ein glücklicher Umstand, der den Erwerb zweier Nachbargrundstücke ermöglichte. Die Verkaufsräume sowie die Mobilität - momentan fünf   LKW und einige Transporter - und die betriebseigene Werkstatt konnten somit den Erfordernissen eines ständig wachsenden Kundenstamms angepasst werden. Im Außendienst sind derzeit fünf Mitarbeiter tätig.
Die Firma Dorner fühlt sich für die Herausforderungen des 21. Jahrhunderts gut gerüstet.
  Harald und Familie
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